NAS vs Cloud: Was kostet dein Datenspeicher wirklich?
Fotos sichern, Backups erstellen und Filme streamen: Ein eigener NAS-Heimserver (Network Attached Storage) ist praktisch. Da das Gerät jedoch meist 24/7 läuft, zieht es kontinuierlich Strom. Lohnt sich finanziell eher eine Cloud oder der Heimserver?
Vergleichstabelle
| Kriterium | Eigenes NAS (2-Bay Synology/QNAP) | Cloud-Speicher (iCloud, Drive, OneDrive) |
|---|---|---|
| Leistungsaufnahme | 15–40 W (24/7 Betrieb) | 0 W (beim Hoster ausgelagert) |
| Stromverbrauch im Jahr | ca. 130–350 kWh/Jahr | 0 kWh (im eigenen Haushalt) |
| Stromkosten im Jahr | ca. 39–105 € | 0 € |
| Abo-Kosten (2 TB) | Keine | ca. 100€/Jahr |
| Datenschutz & Kontrolle | Maximal (Daten liegen physisch bei dir) | Eingeschränkt (Daten liegen auf fremden Servern) |
| Hardware-Anschaffung | ca. 250–600€ | Keine |
| Ausfallsicherheit | Selbstverantwortlich (RAID-Backup) | Sehr hoch (durch Hoster abgesichert) |
Kostenrechnung pro Nutzungsszenario
Szenario 1: Kleines NAS für Foto-Backups (2-Bay, 2 Festplatten, 20W Dauerbetrieb)
NAS-Strom: 20W × 24h × 365 Tage = 175 kWh/Jahr = 52,50€ Strom pro Jahr.
Anschaffung (auf 5 Jahre gerechnet): 350€ Hardware / 5 Jahre = 70€/Jahr.
Gesamtkosten NAS: ca. 122,50€ pro Jahr (für unbegrenzten/mehreren TB Speicher).
Szenario 2: Cloud-Alternative (2 TB Speicher im Abo)
Cloud-Strom im eigenen Haus: 0 kWh = 0€.
Cloud-Abogebühr (z.B. Google One 2 TB): 9,99€ pro Monat = 119,88€ pro Jahr.
Gesamtkosten Cloud: ca. 120€ pro Jahr.
Fazit: Ab einer Datenmenge von ca. 2 TB sind die Gesamtkosten von NAS und Cloud verblüffend ähnlich. Bei mehr Daten gewinnt das NAS, bei weniger Daten ist die Cloud günstiger.
Wann lohnt sich welches System?
✅ Ein eigenes NAS lohnt sich wenn …
- du mehr als 2 TB Speicherplatz benötigst
- du die volle Kontrolle über deine Daten behalten willst (kein US-Server)
- du Medien-Streaming (z.B. Plex) im eigenen Heimnetzwerk nutzen willst
- du Spaß an Technik und Konfiguration hast
✅ Cloud-Speicher lohnt sich wenn …
- du weniger als 1 TB Speicherplatz benötigst
- du dich nicht um Hardware-Ausfälle (z.B. defekte Festplatten) kümmern willst
- du unkomplizierten Zugriff von überall suchst
- du keine laufenden Stromkosten oder Geräusche zu Hause haben möchtest
Methodik: Alle Berechnungen basieren auf einem Durchschnittsstrompreis von 30 Cent/kWh. Festplatten-Ruhezustand (HDD Hibernation) reduziert den Stromverbrauch eines NAS im Leerlauf auf ca. 5–8W. Der aktive Betrieb mit Schreib-/Lesezugriffen zieht ca. 20–35W. Dies wurde in der Mischkalkulation berücksichtigt.
Unsere Empfehlung
NAS oder Cloud? Der Stromverbrauch eines eigenen NAS ist überschaubar und oft günstiger als Cloud-Abos.

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FAQ – Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein NAS im Standby?
Im Festplatten-Ruhezustand (HDD Standby / Hibernation) verbraucht ein 2-Bay NAS nur etwa 5 bis 8 Watt. Wenn das NAS jedoch permanent Indizierungen, Backups oder Docker-Container im Hintergrund ausführt, können die Festplatten nicht schlafen gehen und der Verbrauch bleibt konstant bei 20–30W.
Kann man ein NAS nachts automatisch ausschalten lassen?
Ja, die meisten modernen Betriebssysteme (wie Synology DSM oder QNAP QTS) bieten Zeitpläne an, um das NAS beispielsweise von 00:00 bis 06:00 Uhr komplett herunterzufahren. Das spart rund 25% Stromkosten und schont die Mechanik der Festplatten.
Lohnen sich SSDs im NAS, um Strom zu sparen?
Ja. SSDs verbrauchen im Betrieb deutlich weniger Strom (ca. 1–2W pro SSD vs. 5–8W pro mechanischer HDD). Zudem arbeiten SSDs völlig lautlos und haben keine mechanischen Verschleißteile. Da SSDs pro Terabyte jedoch teurer sind, lohnt sich der Umstieg vor allem bei kleineren, lautlosen Wohnzimmer-Systemen.