Standby-Fresser abschalten: die besten Zwischenstecker & Mehrfachleisten
Standby ist die unsichtbarste Stromrechnung im Haushalt: kein Gerät läuft sichtbar, die Rechnung steigt trotzdem. Der Hebel ist simpel – aber nur, wenn du ihn an der richtigen Stelle ansetzt und die Geräte kennst, die weiterlaufen müssen.
Diese Anleitung führt dich in vier Schritten von der ersten Vermutung bis zur Lösung, die du auch nach drei Monaten noch benutzt – und sie sagt klar, was du nicht abschalten darfst.
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So gehst du in 4 Schritten vor
1. Verbraucher identifizieren
Prüfe zuerst, welche Geräte überhaupt im Standby Strom ziehen. In unserer Datenbank findest du typische Werte: Fernseher im Standby rund 1 W, Spielekonsole rund 5 W, Drucker im Standby rund 8 W, Kaffeemaschine im Standby bis 15 W.
2. Messen statt schätzen
Hänge einen Zwischenstecker mit Messfunktion für 24 Stunden vor das Gerät. Der Messwert entscheidet, ob sich der Aufwand lohnt – bei 1 W sind es rund 3 € im Jahr, bei 15 W rund 46 €.
3. Richtige Lösung wählen
Mehrere Geräte an einem Platz gehören an eine Leiste mit Schalter. Einzelne Geräte mit unregelmäßigem Rhythmus bekommen eine smarte Steckdose mit Zeitplan. Feste tägliche Zeiten schafft auch eine einfache Zeitschaltuhr.
4. Abschalten und nachprüfen
Nach zwei Wochen ehrlich prüfen: Wurde der Schalter wirklich betätigt? Automatik ist zuverlässiger als Vorsatz. Wenn du den Schalter nie umlegst, war die Leiste die falsche Lösung – dann brauchst du einen Zeitplan.
Welche Lösung passt zu welcher Situation?
| Lösung | Geeignet für | Vorteil | Grenze |
|---|---|---|---|
| Steckdosenleiste mit Schalter | TV-Ecke, PC-Arbeitsplatz, Druckerstation | Mehrere Geräte mit einem Klick auf echte 0 Watt | Kein Zeitplan, kein Fernzugriff, kein Messwert |
| Zwischenstecker mit Schalter | Einzelne Geräte, schwer erreichbare Steckdosen | Günstig, kein WLAN, spart sofort | Ein Gerät pro Stecker |
| Smarte Steckdose mit Messung | Kaffeemaschine, Konsole, Aquarienlicht | Zeitplan, Verbrauchsverlauf, Fernzugriff | Braucht WLAN und Einrichtung |
| Digitale Zeitschaltuhr | Feste tägliche Rhythmen | Läuft ohne WLAN und ohne App zuverlässig weiter | Kein Fernzugriff, keine Messung |
| Steckdose mit Unterbrechungsfunktion | Router, Geräte mit Neustartbedarf | Schaltet definiert ab und startet kontrolliert neu | Kein Ersatz für eine Zeitschaltung |
Rechenbeispiel: eine Leiste, drei Geräte
Die typische Fernsehecke: Fernseher im Standby, Spielekonsole im Standby, Drucker im Standby. Die Leistungswerte stammen aus unserer Gerätedatenbank, gerechnet wird mit Dauerbetrieb und 35 ct/kWh.
| Gerät | Standby | kWh/Jahr | Kosten/Jahr |
|---|---|---|---|
| Fernseher | 1 W | 9 kWh | 3 € |
| Spielekonsole | 5 W | 44 kWh | 15 € |
| Drucker | 8 W | 70 kWh | 25 € |
| Summe | 14 W | 123 kWh | 43 €/Jahr |
Eine schaltbare Leiste kostet rund 15 €. Sie ist damit im ersten Jahr bezahlt – der Rest ist Gewinn. Wichtig ist nur, dass du sie tatsächlich nutzt: entweder mit Schalter am Gehäuse oder gleich mit Zeitplan.
Was du niemals abschalten darfst
- Kühl- und Gefriergeräte: Abschalten führt zu Verderb und im Sommer zu echtem Geldverlust.
- Router, Modem, Smart-Home-Hub: Ohne Strom verlierst du Telefon, Internet und die Steuerung deiner Geräte.
- Geräte mit eigener Uhr: Festplattenrekorder, Herd mit Uhr, Bewässerungssteuerung verlieren ihre Einstellungen.
- Wärmeerzeuger mit hoher Last: Heizlüfter und Wasserkocher nur über eine Leiste, die für diese Ströme zugelassen ist.
- Medizinische Geräte und Notrufsysteme: niemals über eine schaltbare Zwischenlösung betreiben.
Bei diesen Geräten ist der Verbrauch keine Verschwendung, sondern die Voraussetzung für ihre Funktion. Mehr dazu in der Übersicht Dauerläufer.
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Zum Stromfresser-Scanner →FAQ – Häufige Fragen
Was ist besser: Steckdosenleiste mit Schalter oder smarte Steckdose?
Wenn du nur abschalten willst, ist die Leiste mit Schalter günstiger und ausfallsicher. Wenn du Zeitpläne, Verbrauchswerte oder Fernzugriff brauchst, ist die smarte Steckdose die bessere Wahl. Beides zusammen ist oft die praktischste Lösung.
Wie viel spart eine schaltbare Steckdosenleiste?
Das hängt von den Geräten dahinter ab. Typisch sind 1–15 W Standby pro Gerät – bei drei Geräten also bis zu 43 € im Jahr. Eine Leiste kostet rund 15 € und ist damit meist im ersten Jahr bezahlt.
Kann ich meinen Router nachts abschalten?
Technisch ja, praktisch selten sinnvoll. Der Router zieht typisch 12 W, nachts acht Stunden abgeschaltet sind das rund 12 € im Jahr. Dafür verlierst du nachts Telefon, Smart-Home-Steuerung und die nächtliche Update-Versorgung. Eine niedrigere Sendeleistung oder ein sparsameres Gerät bringt mehr.
Warum werden meine Geräte nach dem Abschalten warm oder verlieren die Uhrzeit?
Weil Geräte mit Uhr, Netzwerkfunktion oder Pufferbatterie ihre Einstellungen verlieren. Genau das ist der Grund, warum manche Geräte dauerhaft Strom brauchen. Für diese Geräte ist ein Zeitplan nur mit Aufwand sinnvoll – oder gar nicht.
Gibt es Leisten mit Master-Slave-Funktion?
Ja. Sie schalten die Nebensteckdosen abhängig vom Verbrauch des Hauptgeräts. Das passt gut für PC-Setups: Rechner an, Monitor und Lautsprecher erhalten Strom. Für Fernsehecken ist es weniger passend, weil Fernseher im Betrieb stark schwanken.
Wie finde ich meine Standby-Fresser ohne Messgerät?
Über unsere Gerätedatenbank: Dort ist zu jedem Gerät ein typischer Standby- oder Dauerlaufverbrauch hinterlegt. Der Stromfresser-Scanner rechnet daraus deine Jahreskosten – ein Messgerät brauchst du nur, wenn du es genauer wissen willst.
Methodik: Standby-Werte stammen aus unserer Gerätedatenbank und beziehen sich auf Dauerbetrieb (24 Stunden). Gerechnet wird mit 35 ct/kWh. Reale Werte weichen je nach Gerät, Baujahr und Firmware ab – deshalb bleibt eine Messung die belastbarere Grundlage.